1. DEUTSCHES STROMORCHESTER

Das 1. Deutsche Stromorchester wird 2007 als zunächst einmaliges Projekt des Ensembles RE-LOAD FUTURA zur 100jährigen Elektrifizierung der Lichtstadt Unna inszeniert. Hier wird das klassische Sinfonie-Orchester auf elektronischer Basis konsequent weiterentwickelt: musiziert wird auf elektrisch betriebenen Geräten in der Stärke eines A-Orchesters. 127 Maschinen werden in Gruppen getaktet, gedimmt, getunt und ggf. verstärkt. Jedes einzelne Gerät wird als Instrument behandelt und verwendet. Mit der Uraufführung der PROPELLER-SINFONIE bei der c/o pop 2008 in Köln gerät das Stromorchesterformat zunehmend in einen Popularitätsstrudel, den das Ensemble transformierend nutzt: elektronische und elektrifizierte Instrumente, später klassische Musikinstrumente werden flankierend eingesetzt, es entstehen Open-Air-Settings und mobile Formate.
2014 erlaubt die Erfindung des Quadraphones eine übergeordnete Inszenierung, die den gemeinen Lautsprecher als Standard-Situation ablöst: simultan erklingt das Stromorchester anlässlich der Quadriennale auf den Dächern von 11 Kulturinstitutionen und aus unzähligen Kanalschächten in Düsseldorf.
In ELECTRO-ICONIC BRIDGE (2015) werden 27 europäische (Haupt-)Städte und ihre namensgleichen transatlantischen Orte in den USA (gesamt 51 Orte in 12 Ländern) über ortsimmanente Erfindungen der (künstlerischen und klanglichen) Elektrotechnik in Live-Aufführungen von 230V nach 120V und zurück verbunden.
In 51° HORIZONTALE TERRITORIEN (2018) wird in 29 fortlaufenden Interventionen auf dem 51. Breitengrad (29 Orte in 11 Ländern) das Publikum elektrisch-akustisch vermessen, kartographiert und damit zur Partitur der folgenden Aufführungen bzw. Erdumrundung.
100 Interviews mit 100 Menschen in 78 Bauhaus-Architekturen in 17 Ländern, werden dokumentiert und gemeinsam mit dem Stromorchester als lebende Medien-Skulptur beim Kunstfest Weimar 2019 in DIE WOHNUNG 100 präsentiert, um ihre Klänge anschließend per Internationalem Hauskonzert wieder zurückzuführen.

Produktionen