SYMPOSIUM

POLITIK & PROZESSE

25.04.2026

11:00 – 13:30

Alte Feuerwache, Halle

Eintritt frei

Auf Deutsch

Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und globaler Unsicherheiten verändert sich unweigerlich die Bedeutung der Kunst als Raum der politischen Auseinandersetzung. Vor dem Hintergrund eines erstarkenden Rechtsrucks stellen sich dringliche Fragen: Wie dezidiert politisch darf, soll oder muss Kunst heute sein? Ist ein künstlerischer Schaffensprozess an sich bereits ein politischer Akt, da er Räume der Freiheit beansprucht? Inwieweit kann verlorenes Vertrauen in Politik, in Strukturen, in Institutionen als wichtige, stabilisierende Ressource wiederhergestellt werden? Was kann getan werden, wenn gegenseitiger Vertrauensverlust gar zur Bedrohung wird?

Kunst kann ihre gesellschaftliche Funktion – das Aufdecken von Missständen, die Thematisierung sozialer Ungerechtigkeit und das Anstoßen von Diskursen für einen Wandel – nur dann erfüllen, wenn sie unabhängig bleibt und ihre eigene Sprache findet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Freien Szene in Deutschland: Wie bedroht ist sie durch rechte Politik und die Veränderung der Kulturpolitik in den letzten Jahren?

Im Fokus stehen sowohl Analysen und Berichte über individuelle Erfahrungen als auch konkrete Strategien und Methoden rund um künstlerische Werkzeuge, gesellschaftliche Allianzen und gegenseitige Unterstützung. Die Notwendigkeit, gegen politisch motivierte Maßnahmen zu handeln, die die Freie Szene betreffen, ist unabdingbar. Dieses Symposium ist eine Einladung zum Austausch über Widerständigkeit, Solidarität und die notwendigen Prozesse, um Kunst als unabhängiges Korrektiv der Gesellschaft zu bewahren.

 

Auf dem Podium sind unterschiedliche Perspektiven aus künstlerischer Praxis und aktiver Politik vertreten:

GEORGIA KOUMARÁ
Die in Thessaloniki geborene und in Köln lebende Komponistin gibt Einblicke in ihre künstlerische Arbeit, in der sie sich konsequent gesellschaftskritisch und feministisch äußert.

BRIGITTA VON BÜLOW
Als Sprecherin des Bündnisses gegen rechts „Köln stellt sich quer“ und langjährige kulturpolitische Sprecherin im Rat der Stadt Köln zeigt sie auf, wie sich Kulturpolitik verändert hat und wie die Freiheit der Kunst politisch verteidigt werden muss.

SAMU GRYLLUS
Der Komponist berichtet von den existenziellen Grenzen künstlerischer Freiheit. Seine Kindheit in einem diktatorischen System in Ungarn prägt seinen geschärften Blick für die Auswirkungen heutiger autokratischer Systeme auf künstlerische Gemeinschaften.

RIKA SAKALAK
Die Dramaturgin und jetzige Co-künstlerische Leitung des Favoriten Festivals moderiert den Tag.

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